NDM Boogie Woogie 2012 in Krefeld

Noch auf dem traditionellen SinterClaas Cup der Krefelder 2011 hatten einige Boogie Paare beklagt, es gäbe noch kein einziges Ranglistenturnier für 2012. Und noch bevor der Notstand an Ausrichtern für Boogie Turniere ausgerufen werden mußte, griff der Rock’n’Roll Club zu.

flotte Käfer

Der Krefelder Rock’n’Roll Club „Number One“ begrüßte zur Austragung der „NDM 2012“ im Boogie Woogie am 31.März 23 Paare, die für Ihre Ranglistenpunkte zur Deutschen Meisterschaft sogar von München, Augsburg und Friedrichshafen angereist waren.„Ihr hobt’s es genau rrichtig gemocht mit dem Turrnier“, lobte der neue alte bayrische Bundestrainer, Leo Beck die Veranstaltung. Vom Rand aus beobachtete er genau, wie hier das Parkett bearbeitet wurde. „Wenn i z.B.a’ mol woanders bin zumWerten, die mochen’s genauso: erst des Turrnier, und dann obends die Party; do kann dann der Tänzer noch mol mit dem Wertungsrichter quatschen, ganz entspannt, oder die Wertungsrichter untereinand‘. E‘ ssuper Sach‘n, wos Ihr hier mocht in Krrefeld, hey.“

Mit 175 verkauften Karten kam man fast an die Zuschauerzahlen des SinterClaas Cup. Der Aufwand für ein Ranglistenturnier mit Live Band macht das aber auch erforderlich.

Für einen Nachmittag und einen langen Abend verliehen die Boogie Woogie Paare des Deutschen Rock’n’Roll und Boogie Woogie Verbandes (DRBV) der Praxis von „Doctor Beat“, der neuen Krefelder Tanzschule in der Mevissenstraße, den der Swing Szene gebührenden Glanz.

Vereinsnamen der gemeldeten Paare wie „Boogie –Bären“, „Golden Fifties“, „Juke Box Angels“, „Boogie Magics“ „Jitterbug-Club“ und ähnliche verheißen den swingenden Flair vergangener Zeit und versprechen das große „Augenzwinkern mit den Füßen“.

verena / Christoph Klohn

Die Schlägerkappen, Hosenträger, Karo-Pollunder und spitze Schuhe trafen einmal mehr auf Anspielungen von Petticoat, schlanke Beine und flinke Füße und verliehen dem riesigen, gepflegten Parkett, aus der die Tanzschule „Doctor Beat“ fast ausschließlich besteht, etwas von derjenigen Ballroom –Atmosphäre, die den Boogie mit hervorgebracht hat.

Für ausreichend Verpflegung hatten die fleißigen Mitglieder des RRC Number One gesorgt, Kuchen, Salate, Würstchen und Chili con Carne, alles da! Melanie und Frank hatten derweil alle Hände voll zu tun, hinter dem Tresen die Boogie-Gemeinde mit Getränken zu versorgen.

Auch ein paar sorgsam gepflegte Käfer aus den 60ern hatten sich auf dem Rasen vor dem ehemaligen „Bradbury Theater“ in Krefelds ehemaliger Garnison  der englischen Streitkräfte eingefunden. Und sie hatten ihre gute, alte Tante Vespa mitgebracht und die kleine Isetta – stilechtes Motiv für die Paare nach ihrer jeweils ersten Runde als Gastgeschenk des RRC Number One, das hoffentlich einmal gute Erinnerungen weckt.

Wo die drangvolle aber gemütliche Enge der Tische und Bestuhlung keine separate Eintanzfläche zuließ, nahmen es die Akteure standesgemäß super-cool! Zur Not langte auch der Korridor zwischen den Tischreihen und ein paar beiseite geschobene Gäste, um sich an „lead-and-follow“, Basics oder einer Runde „Powersteps“ zu erwärmen.

Ein großes Lob an die Professionalität und Routiniertheit der Boogies! Kein großes Lamentieren, nicht lange fackeln – Tanzen!

Mitten im Geschehen

Der Number One hat dabei gut zugeschaut, und in NRW lernt man schnell! Das versprechen sich auch die 8 (!) Probewertungsrichter, die das Turnierparkett säumten. Neben den insgesamt 6  ordentlichen Wertungsrichtern (Ariane und Dirk Teilmans, Johan Preuhs, Jürgen Kreiter, Gerhard Setz und Klaus Kessler) war der fast gesamte WR Lehrgang des NWRRV, der vom RRC Number One in Krefeld ausgerichtet worden war zu seiner 2. Probewertung angerückt: Doreen Weisser, Gerhard Fischer, Rudi Wötzel, Bernhard Jahn, Jo Wittmann, Karl-Heinz Reuber, Andrea Pantaleo und Samuel Cassier haben die Absicht, über kurz – und nicht lang – die Reihe der Wertungsrichter zu verlängern und nach Norden zu verschieben. So scheitern dann hoffentlich bald auch in NRW keine Boogie Turniere mehr an der Kostenhürde.

Die genannten anwesenden Lizenzträger hatten allerdings auch in diesem Falle in großem Stil dazu beigetragen, daß die Krefelder diese Hürde nehmen konnten. Auf einen großen Anteil der abrechenbaren Fahrtkosten verzichteten alle, gerade die Weitgereisten, um dies zu ermöglichen. Unseren herzlichen Dank dafür noch einmal.

Durch die Veranstaltung führten zwei, die mit ihren Boogie Vereinen eigentlich gar nicht dem Verband angehören, Nicole Valetta von den „Lollipops“, Köln und Antonio Molina von den „Tigerfeet“ in Erkelenz. Beide hatten großen Spaß an der Aufgabe entdeckt und brachten mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Boogie- Welt das richtige Gespühr und den notwendigen Witz mit, um Tänzer und Publikum durch rund 4 Stunden straffes Turnierprogramm zu leiten.

Während der an und für sich geräumige Austragungsort des Turniers schnell mit der  zunehmenden Zahl der Gäste und Tänzer an Weitläufigkeit verlor, stellte sich mehr und mehr eine Art „Südkurvengefühl“ ein, nur ohne taktloses Gröhlen, dafür mit dem rhythmischem Anfeuern der Fans.

Die drei Jugendklaas Paare der „Boogie Magics“ machten die Plätze unter sich aus und holten sich die ersten Ranglistenpunkte für die Meisterschaft 2012. Immerhin warteten dagegen jeweils 10 Paare in der Haupt- und der Oldieklasse in den Vor- und Endrunden mit ihren Leistungen auf.

Der RRC Number One versuchte sich organisatorisch zu revanchieren und bat nach getaner Arbeit zu einer zünftigen Boogie Party für alle mit der Krefelder Oldies- und Rock’n’Roll Band „Road Jack“. Aber trotz straffen Ablaufs, warteten die Lokalmatadoren „Road Jack“ vergeblich darauf, die Party pünktlich einzuläuten – erst mal ausgiebige Siegerehrungen (Ergebnisse hier), dann das Vergnügen!

Die separate Regionalwertung ergab die „Norddeutschen Meister“ in der Hauptklasse Verena und Christoph Klohn von den Turbo Dancers e.V., Bergisch Gladbach und in der Oldieklasse Andrea und Michael Günther vom RRC 22/11, Moers e.V.

„Das war echt das größte Kompliment, was die Leute uns machen konnten. Sonst hören wir das Publikum zwar immer klatschen und schreien – dagegen war es hier richtig ruhig! Die waren die ganze Zeit nur am tanzen! Echt Klasse, – jederzeit wieder beim „Number One!“ – so Ralf Hallmann, der als Frontman alles aus der ersten Reihe beobachtet hatte! Aber dann dauerte die „Boogie Night“ beim „Doctor Beat“ bis tief in die laue Aprilnacht.

Fotos!
Wir haben so viele gemacht, dass es uns unmöglich ist, alle auf die Seite zu stellen. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag in Höhe von 2,- € (Packung und Porto) und 5,- € könnt ihr eine CD mit allen Bildern bestellen und eine DVD mit einem Film über die gesamte Veranstaltung für € 12,-. Einfach eine Mail an: vorstand@rrc-number-one.de